"African
Variations" heißt das neue Solo-Programm von Hans
Lüdemann. Es ist eine eigene musikalische Verbindung mit Bezügen
zu den Musiktraditionen Europas, Afrikas und des Jazz. Afrikanische
Elemente dienen als Fokus, aus dem Lüdemann kompositorisch und
improvisatorisch große, farbige Spannungsbögen entwickelt.
Er verarbeitet Motive und Themen afrikanischer Musik, vor allem aus
Westafrika und der Mbira-Musik Zimbabwes. Die afrikanischen Elemente
werden zur Grundlage eigener Variationen.
Lüdemann überträgt diese ursprüngliche Musik auf das Klavier,
welches wohl am stärksten die abendländische Musiktradition
verkörpert. Dies führt zu überraschenden Ergebnissen:
Sowohl die musikalischen Elemente als auch das Instrument erscheinen
in einem neuen Licht.
Diese neuartige Verbindung passt ideal zu Lüdemanns eigenen
Kompositionen und Improvisationen, denn hier wie in der afrikanischen
Musik spielen Polyphonie, Polyrhythmik und perkussives Spiel eine
wichtige Rolle. Lüdemann begreift das Klavier mit Rubinstein als
ein "Orchester von 100 Instrumenten" und benutzt eine
breite und fein abgestufte Palette von Farben und Spieltechniken.
Diese beinhaltet auch präparierte Klänge im Instrument, die
manchmal afrikanische Instrumente erahnen lassen. Zusätzlich
benutzt er das Clavichord, Vorfahre des Klaviers aus der Bachzeit.
Unter Lüdemanns Händen wird es "zu einem seltsamen
Mischwesen aus Cembalo, Sitar und Gitarre" (FAZ). Auch ein
"virtuelles", gesampeltes Klavier findet Verwendung und
bietet erweiterte Klangmöglichkeiten.
Unter dem Titel „The natural piano“ präsentierte Lüdemann
1994 afrikanisch gefärbte Improvisa- tionen auf seiner ersten
Solo-CD. Seither hat er das Programm weiterentwickelt und mit großem
Erfolg auf vielen internationalen Festivals und Konzertbühnen,
sowie bei Tourneen in den USA/Kanada, Europa und Afrika vorgestellt.
"The natural piano" wurde bereits vom WDR-Fernsehen in Köln
aufgezeichnet und in West 3 und 3sat gesendet. Die gleichnamige CD
wurde 1994 live im Kölner LOFT aufgenommen, am Tag der ersten
freien Wahlen in Südafrika. „African Variations“,
eine Sammlung der neuen Kompositionen von Hans Lüdemann, wird in
diesem Jahr auf CD erscheinen.
Zuletzt spielte Lüdemann sein Solo-Programm beim Jazzpiano-Festival in
der Prager Philharmonie, im Goethe-Institut Johannesburg, bei der
Düsseldorfer Jazzrallye, zur Eröffnung der neuen
piano-solo-Reihe im Duisburger Wihelm-Lehmbruck-Museum sowie bei
Konzerten in Havanna und Südafrika. Im Januar 2002 begleitete
Lüdemann den Bundespräsidenten Johannes Rau auf dessen
Afrikareise.
Hans Lüdemann bezeichnet seine Musik selbst als "etwas sehr
Persönliches, in den Traditionen der klassischen Musik und des
Jazz verwurzelt, von afrikanischer Musik beeinflusst und stets auf
der Suche nach neuen Klängen und Farben". Die Presse lobt
seine "erkennbar eigene Sprache" (FAZ) und sieht in seiner
Musik "einen Schlußstrich unter der Postmoderne der
improvisierten Musik" (Frankfurter Rundschau) oder gar "die
frohe Zukunft des Jazz" (FAZ). Lüdemann hat unter anderem
mit Jan Garbarek, Mark Feldman und Paul Bley zusammengearbeitet und
war weltweit auf Tournee, in Funk, Fernsehen und auf zahlreichen
CD-Einspielungen zu hören und zu sehen. Seine Ausbildung erhielt
er am "Banff Centre" in Kanada bei Dave Holland, Steve
Coleman und Muhal Richard Abrams und an der Musikhochschule Köln,
wo er das erste Jazz-Konzertexamen in Deutschland ablegte und heute
selbst als Dozent tätig ist.
CD:
Hans Lüdemann The natural piano 1995 JazzHausMusik
Hans Lüdemann African Variations 2003 RISM-Edition