"Hans Lüdemann hat eine Einspielung vorgelegt, die kein
Liebhaber improvisierter Klaviermusik übersehen sollte. Sie heißt the
natural piano und und trägt den Untertitel "Music by Hans Lüdemann with
traces of Africa". Und diese afrikanischen Spuren sind es, die - zusammen
mit der musikalischen Phantasie und der wahrhaft stupenden Technik des
Künstlers - den großen Reiz dieser Einspielung ausmachen.
Lüdemann greift musikalische Strukturen und Motive der afrikanischen
Kulturen auf - und verwandelt sie in etwas ganz Anderes, ganz Neues.
Er zitiert Afrika nicht herbei, er plündert seine Rhythmen nicht, um seine
eigenen Stücke mit ein paar Spritzern exotischer Farbe aufzufrischen. Was
er macht, erinnert eher an die Technik eines Claude Debussy (der
Strukturelemente der javanischen Musik zum Ausganspunkt schöpferischer
Prozesse nahm) und vor allem Bela Bartok, der aus der Volksmusik seiner
Heimat sublime Kunstmusik ableitete. Der Vergleich zu Bartok ist
insofern recht naheliegend, als auch die dreizehn Stücke der CD
"the natural piano" den Charakter sorgsam ausgestalteter und überfeinerter
Kunstmusik tragen.
So unbegrenzt Lüdemanns technische Fähigkeiten offenbar sind,
so grenzenlos ist auch die Souveränität, mit der er in seinen
Stücken scheinbar unvereinbares miteinander verbindet. Famos ist auch
die Hommage a James Brown - wie da afrikanische Strukturen, emphatische
Soul-Empfindung und echtes Jazzfeeling zu einer ungemein intensiven Musik
verkocht werden, das macht Hans Lüdemann so leicht keiner nach.
Auch wenn er in einigen Stücken geradezu zwischen der traditionellen
afrikanischen Musik und der aktuellen Popmusik des schwarzen Kontinents
zu vermitteln scheint, betont Lüdemann doch auch ehrlicherweise immer
wieder seine europäische, ja deutsche Identität. Der Pianist täuscht
eben nicht vor, daß er im Grunde seines Herzens ein verkappter Afrikaner
sei - was die Annäherungsversuche vieler anderer Künstler so peinlich
macht. Er betrachtet die afrikanische Musik aus einer Distanz heraus,
die ihm stets bewußt bleibt. Und gerade dies macht sieine Spurensuche
so glaubwürdig und überzeugend. "The Natural Piano" - das sind 72
Minuten wechselvoller musikalischer Ereignisse und Zustände - zwischen
physischer Kraft und intellektueller Nachdenklichkeit, künstlerischer
Delikatheit und rhythmischer Unmittelbarkeit, verhaltener Melancholie
und hymnischer Lebensbejahung. "
(Werner Wittersheim - Philharmonische
Blätter)
"Die frohe Zukunft des Jazz... Aktuelle Trends zur Elektronisierung und
Globalisierung finden sich in Lüdemanns Musik ebenso wiung finden sich in Lüdemanns Musik ebenso wieder wie sehr
verschiedene Traditionslinien, die sich mit Namen wie Bach, Cage oder
Coltrane andeuten lassen. Das die simultane Verfügbarkeit aller
Informationen nicht zum unverständlichen Kauderwelsch führt, sondern
in eine erkennbar eigene Sprache mündet, ist eine der Stärken von
Lüdemanns Musik. Das lustbetonte Körperlichkeit darin ebenso ihren
Platz hat wie intellektuelle Verwirrspiele, spontane Improvisation
ebenso wie reflektierte Komposition, eine andere. Wenn die Zukunft
des Jazz so klingt wie Lüdemanns "Futurisms", können wir ihr h
offnungsfroh entgegensehen."
(Jürgen Schwab, FAZ -
Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"In seinem Programm "the natural piano" nahm Hans Lüdemann seine
Hörer mit auf eine Reise in Klangwelten, in denen Elemente afrikanischer
und europäischer Musiktraditionen miteinander vereint wurden.
Grundelemente seiner Kompositionen und Improvisationen waren kleine
Motive und Melodien afrikanischen Ursprungs. Mit großem
pianistischem Geschick und rhythmischer Vielfalt wuchsen unter seinen
Händen aus diesen musikalischen Keimen prachtvolle Klanggebilde,
deren Wurzeln im Jazz, World Music und europäischer Moderne verankert
waren."
(Bonner Generalanzeiger)
"Lüdemann ist auf der Höhe seiner Zeit, weil er die musikalischen
Ausdrucksformen, die bislang entwickelt wurden, zusammenfassen kann.
Seine Musik swingt, ist aber auch vom Erbe der Impressionisten inspiriert...
Er kann aber auch die Tasten bis zum Free Jazz eines Cecil Taylor traktieren.
Dabei erweitert Lüdemann deas Klangspektrum des Instruments durch sein
"Playing in the piano" a la John Cage."
(Ruppiner Anzeiger)
"Lüdemann und sein Septett zogen mit allergrößter Sorgfalt und Intensität
einen Schlußstrich unter die Postmoderne der improvisierten Musik.
In seinem sensationell besetzten Septett stehen mindestens sieben verschiedene
musikalische Stammbäume nebeneinander. Aber weder in berührungsloser
Koexistenz noch in marktschreierischem Verdrängungswettbewerb, sondern
in einer organischen Art von Kooperation, die durch Lüdemanns enorm
weiträumiges musikalisches Formbeswußtsein ermöglicht ist.. Auch die
vertrackteste Polyrhythmik klingt bei ihm nie wie eine Zumutung,
sondern wie ein Riesenspaß. Und was er in seiner Band an Klangfarben
zusammengefügthat, ist einfach unerhört."
(Hans Jürgen Linke,
Frankfurter Rundschau)
"Dieser deutsche Pianist hat viel Erfahrung im Experimentieren mit
physischen und philosophischen Begriffen wie z. B. denen der wesentlichen
Aphorismen. Er ist ständig auf der Suche nach den ursächlichen
Wurzeln, die tief im Wesen einer Melodie verborgen sind. Sein
Geheimnis dabei ist, den Geist der Melodie über die Atmosphhäre,
die sie schafft, einzufangen. In der Arbeit von Hans Lüdemann
läßt sich eine besondArbeit von Hans Lüdemann
läßt sich eine besondere Vorliebe für das Formale Feststellen.
Selbst in seinen ausgefallendsten Improvisationen tritt ständig
eine äußerlich perfekt definierte Harmonie zutage. Mehr kann man
nicht verlangen, weder kreativ noch technisch gesehen."
(La Vanguardia, Barcelona)
"Dem Künstler gelang es bereits mit dem ersten Stück, die Zuhörer
in seinen Bann zu ziehen. Lüdemann bewegte sich virtuos zwischen
"the old, the new, the borrowed and the blue" und integrierte
einfallsreich die Elemente seiner CD "the natural piano". Die
durchweg anspruchsvollen Stücke unterstrichen die hohe Virtuosität
und spielerische Kreativität des Künstlers."
(Washington
Journal)
"Aber die Überraschung dieses dritten "Mostra de Jazz"-Festival
kam aus dem vereinten Deutschland mit dem Trio Hans Lüdemann.
Eine expressive Jazzformation ohne stilistische Grenzen. Der
rhythmische Angriff von Hans Lüdemann ließ die angebliche europäische
Kälte verschwinden, die in einem von Salif Keita adaptierten Thema
schmolz. .... Lüdemann ist ein Pianist von großer Qualität und
Fingerfertigkeit, ein Komponist von großer Vorstellungskraft.
Das deutsche Trio hinterließ einen guten Geschmack beim Publikum,
das eine so beeindruckende Vorstellung nicht erwartet hatte."
(Diari de Barcelona)
"Afrikanische Klänge bei "Jazz across the border"- Hans Lüdemann
tanzte zur Begrüßung mit einem Spielzeug-Keung mit einem Spielzeug-Keyboard durchs Auditorium.
Der Pianist auf Köln holt sich die Melodien und Rhythmen aus allen
Ecken des Schwarzen Kontinents und läßt sie eigenwillig auf andere
Kulturen prallen. Dabei beweist er an dem präparierten Bechstein-Flügel,
das man das Klavier nicht nur auf den Tasten spielen muß."
(Tagesspiegel Berlin)
"Gleichzeitig ist Lüdemanns Musik von der Suche nach unerhörten
Klängen und Klangkombinationen geprägt. Auf der Bühne steht der
präparierte Konzertflügel, dem durch direktes Traktieren der Saiten
auch sirrende Obertöne entlockt werden, in trauter Eintracht neben
Synthesizer, elektronischer Orgel und - man höre und staune - einem
Clavichord. Das Instrument, dessen Tonhöhe durch Druck auf die
Tasten manipuliert werden kann, hatte seine Glanzzeit im
empfindsamen Stil des Carl Philipp Emmanuel Bach. Unter
den Händen von HansHänden von Hans Lüdemann erlebt das Clavichord seine
Wiedergeburt als seltsames Mischwesen aus Cembalo, Sitar
und Gitarre."
(FAZ)
"Sein Spiel ist rhythmisch, melodisch, schräg, seine Musik
satirisch, tiefsinnig und vor allem lebendig.
Der Pianist Hans Lüdemann gehört zu den kreativen Köpfen
des Jazz, und das nicht nur in Köln."
(RHEINART)
"Tata Dindin ist ein weiterer Diabaté, Sohn von Malamini Diabaté
aus Brikama in Gambia. Seine CD mit dem deutschen Pianisten Hans
Lüdemann ist, abgesehen vom letzten Stück, ein Konzertmitschnitt.
Die beiden passen außerordentlich gut zusammen. Bei den Stücken
von Tata Dindin, schafft das Klavier oftmals Klänge und Verzierungen,
wie man sie eigentlich von einer zweiten Kora-Harfe erwarten würde,
während die Kora ihrerseits in den Songs von Hans Lüdemann
gelegentlich die Rolle eines Cembalos oder einer klassischen
Harfe zu übernehmen scheint. (...) Es ist ein äußerst
interessantes und erfüllendes Projekt, das ein wenig die
Grenzen erweitert."
(Folk-Roots Magazine)
"Beide Musiker nutzen die Freiheit des Duos maximal aus, halten
sich weniger an vorgegebene Strukturen, und erfinden und
kombinieren ihre Musik dabei immer wieder neu. In dieser
Atmosphäre zeigt sich, wie Spannung, gerade an den leisesten
Stellen, am intensivsten sein kann. (...) Reiner Winterschladen
entfaltet seinen extrem wandelbaren Trompeten-Sound in abaren Trompeten-Sound in alle
möglichen Richtungen: gehaucht, perkussiv, verrauscht, warm oder
in grellen Strahlen. Trompeter von Weltrang, mit atemberaubener
Virtuosität. Es gibt selten Pianisten die beim Spielen Entspanntheit
und Disziplin auf solche Art miteinander verbinden und dabei solche
Virtuosität und Spielfreude entfalten, die auch noch in die Tiefe geht.
Der Alleskönner Hans Lüdemann ist so einer."
(Neue Westdeutsche Zeitung)